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Copper in the Clouds –
Lychee & Raspberry Gin
Wer sich mitten im tiefen Winter nach etwas Sommer sehnt, ist mit diesem Gin bestens bedient. Die Betreiber der Copper in the Clouds-Destillerie zwischen London und Cambridge, die definitiv nicht dem puristischen, sondern dem experimentierfreudigen Lager unter den Gin-Brennern angehören, lassen eine Woche lang Litschibeeren in Weizenbrand ruhen und geben dann britischen Himbeersaft dazu. Auch Gartenminze und sizilianische Zitronen gehören in den Botanical-Mix, dafür kein künstlicher Zucker, wie üblich bei dieser auf lokale Produkten und Handarbeit fokussierenden Gin-Produktionsstätte. Die Litschis bringen zudem einen Hauch Orient in diesen ungewöhnlichen Gin, der sich sehr gut in Cocktails oder Longdrinks macht und das Fernweh weckt.
Patricks Tipp:
Wie geschaffen für einen 'Gin Sour', 'Clover Club' oder auch als sommerliche 'Gin-Limonade'
Crafter’s
Aromatic Flower Gin
CHF 45,00
Das zeugt von wahrer Leidenschaft: Die Schöpfer dieser Spirtuose aus der Liviko-Brennerei in Estland haben nicht nur einen Namen für ihren Gin, sondern gar einen für den Kupferkessel, in dem der Getreidealkohol mit den Aromen der zwölf ausgewählten Aromen mazeriert wird. «Mama Ilse» heisst er, und darin geben Hagebuttenblüten und Mädesüss ihren Geschmack in den Grundalkohol. Ihre Süsse wird von den Orangenzesten und die Frische von Yuzu und Wacholderbeeren gekonnt ausbalanciert. Der sorgfältig ausgewählte Mix aus 12 Botanicals enthält ausserdem Rosen, Fenchel, Lavendel und Schwarzer Holunder. Zuletzt sorgt dieser Gin auch für einen Special Effect: Bei Kontakt mit Tonic färbt sich er sich dank der Magie der Hagebutte rosa!
Patricks Tipp:
Als 'London Mule' mit Limette & 2-3 kleinen Rosenblättern als Dekoration servieren.
Gin’Ca
Berries Edition
CHF 49,00
Der Gin’Ca ist ein weiteres Kind der 2014 gegründeten Inca Distillery in der peruanischen Hauptstadt Lima. Als weltweit erste Destillerie brennt sie Gin auf Basis von Zuckerrohralkohol, was für einen unverwechselbaren Geschmack sorgt. Ausser dem obligatorischen Wacholder, der in diesem Fall aus Mazedonien kommt, sind die Zutaten dieses Beeren-Gins peruanisch. Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren, die von lokalen Produzenten eigens für diesen Gin angebaut weden, sorgen auch ganz ohne Geschmacksverstärker für einen frischen, sommerlichen Grundton und eine sanfte Süsse. In der Nase dominieren vorne Zitrusfrüchte und Blumendüfte, im Hintergrund Rosa Pfeffer. Der Gin’Ca Berries Edition eignet sich speziell für Cocktails.
Fallen Angel
Blood Orange Gin
CHF 69,00
Der gefallene Engel, der zum Teufel wird, ist ein zentrales Motiv im christlichen Glaube, mit dem sich Theologen seit Jahrhunderten beschäftigten. Diese Frage haben sie sich aber vermutlich noch nicht gestellt: Welche Frucht mag der Teufel? Die Macher des Fallen Angel Blood Orange Gin kennen die Antwort jedenfalls: Blutorange. Mit der bittersüssen Südfrucht im Zentrum haben sie einen Gin erschaffen, der zwar tatsächlich blutrot aber im Geschmack eher mild als diabolisch ist: Herb und säuerlich, Zitrus, Wacholder und Zimt bringen Süsse und Fruchtigkeit hinein. Der Gin kommt übrigens in einer Keramikflasche in der Gestalt eines fies grinsenden Teufels daher – oder freut er sich nur über diesen gelungenen Wurf?
Patricks Tipp:
Auch pur (und dabei idealerweise direkt aus dem Tiefkühler) ein Genuss
Blind Tiger
Piper Cubeba Gin
CHF 49,00
Dieser Gin fällt schon optisch aus dem Rahmen: Das Logo ziert ein Tigerkopf mit Augenklappe. Das belgische Produzenten-Team Sophie Gheysens und Thomas Baert lässt sich damit von der amerikanischen Prohibition der 20er-Jahre inspirieren: Damals signalisierten Bars mithilfe ausgestopfter Raubkatzen, dass hier auch illegal Alkohol ausgeschenkt wurde. Die Gäste dieser Etablissements hätten wohl gestaunt, hätten sie den Blind Tiger Piper Cubeba Gin probiert. Denn der wächst mit ungewohnten Botanicals wie Gerstenmalz und dem namensgebenden Kubebenpfeffer weit über das bekannte Trio Wacholder, Kodoriandersamen und Zitrusschalen hinaus. Der mit 47 Prozent kräftige Gin punktet sowohl mit erdigen wie auch floralen und fruchtigen Noten.
Patricks Tipp:
Sorgt als 'Dry Martini' serviert für einen würzigen Twist
Applaus
Stuttgart Dry Gin
Leise kommt dieser erste Gin der Süddeutschen Spirituosen Loge in der Nähe von Stuttgart ganz sicher nicht daher. Das Flaschendesign ist im fancy 1920er-Look gehalten, der Gin schreit schon im Titel nach Applaus. Doch so laut die Schale – der Kern ist weicher. Ist die Flasche geöffnet, strömt neben dezentem Wacholderruft das sanfte Aroma von Zimt, Thymian und Rosmarin, abgerundet von Blutorange, in die Nase. Setzt man das Glas an, ist am Gaumen Wacholder, Ingwer Muskatnuss und Koriander auszumachen. Die Feinheit ergibt sich daraus, dass die Extration extra schonend erfolgt, die Kräuter und Gewürze sorgfältig verschnitten werden. Wir verneigen uns etwas vor dem Gin und schlagen vor, so viel Hingabe damit zu belohnen, ihn gebührend zu geniessen.
Patricks Tipp:
'Applaus Spritz' in Kombination mit naturtrüber Apfelschorle & einem Apfelschnitz als Garnitur
MONKS Mary Jane –
Hemp infused Gin
CHF 55,00
Die Grenze zwischen Rauschmittel und Heilmittel war schon immer verschwommen. Gin entstand aus dem holländischen Wacholdergeist Genever, der als Medizin gebrannt wurde, sich aber bald als Gesellschaftsgetränk etablierte. Cannabis wiederum wird seit Urzeiten sowohl zur Schmerzlinderung benutzt als auch dann, wenn man ein leichtes Räuschchen sucht. Wenn die MONKS-Destillerie des Südafrikaners Nic Davis Cannabis in einen Gin gibt, verknüpft sie damit zwei Traditionen. Damit der Gin legal bleibt, verwendet Davis nur Hanfsamen. Zusammen mit lokal angebauten Fynbos-Pflanzen entsteht so ein Gin mit erdigen Noten, der sowohl der Seele als auch, in gesundem Mass, dem Körper wohltut.